Ein Guide für den Umgang mit trockener Kopfhaut
von Roger Kastenbein, Friseurmeister & Gründer von Kastenbein & Bosch
von Roger Kastenbein, Friseurmeister & Gründer von Kastenbein & Bosch
Du bist mit deiner Kopfhaut NICHT allein
Du hast mit trockener Kopfhaut zu kämpfen? Keine Sorge, Du bist nicht allein. Eine trockene Kopfhaut kann lästig sein und Unbehagen und Unsicherheit verursachen. Trockene Kopfhaut braucht vor allem weniger Reizung und eine Pflege, die zu ihrer tatsächlichen Ursache passt. Wasche deine Haare mit lauwarmem Wasser, verwende ein mildes Shampoo, trockne die Kopfhaut möglichst ohne starke Hitze und vermeide Kratzen. Halten Juckreiz, Rötungen oder Schuppen länger an, sollte zunächst abgeklärt werden, ob wirklich Trockenheit oder eine andere Kopfhauterkrankung dahintersteckt.
Das Wichtigste in Kürze:
Gewohnte Haarpflege wirkt nicht immer wie gedacht – manchmal lohnt es sich, die eigene Routine neu zu betrachten
| Merkmal | Trockene Kopfhaut | Fettige Schuppen |
|---|---|---|
| Schuppen | klein, fein, eher weiß | größer, gelblich, haftend |
| Kopfhaut | trocken, gespannt | häufig fettig oder gerötet |
| Typische Pflege | mild & reizarm | eventuell Wirkstoffshampoo |
| Wann abklären lassen? | bei anhaltenden Beschwerden | bei entzündungen oder starkem Juckreiz |
Dem gehen wir auf den Grund!
Eine trockene Kopfhaut kann verschiedene Ursachen haben.
All dies hat Einfluss auf die Feuchtigkeitsbalance deiner Kopfhaut
Eine gestörte Balance kann sich durch folgende
Symptome
zeigen:
Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und die trockene Kopfhaut zu behandeln, allein schon für das eigene Wohlempfinden.
gehen wir es AN!
Wusstest Du, dass bestimmte Shampoos und Conditioner Deine Kopfhaut austrocknen können? Wir erklären Dir, welche Inhaltsstoffe Du meiden solltest und empfehlen Dir Produkte, die Deine Kopfhaut mit Feuchtigkeit versorgen.
Außerdem zeigen wir Dir, wie du Deine Kopfhaut richtig pflegst, welche täglichen Gewohnheiten Du ändern solltest, um das Problem langfristig zu lösen. Das richtige Shampoo spielt dabei eine entscheidende Rolle bei der Behandlung und Vorbeugung von trockener Kopfhaut.
Neu
Neu
Sodium Lauryl Sulfate (SLS)
→ sehr stark entfettend, kann Hautreizungen verursachen.
Ammonium Lauryl Sulfate (ALS)
→ ähnlich aggressiv wie SLS, nur etwas wasserlöslicher.
Sodium Laureth Sulfate (SLES)
→ etwas milder als SLS, aber immer noch stark reinigend; außerdem oft mit
Ethoxylaten hergestellt (PEG-Verbindungen).
Ammonium Laureth Sulfate (ALES)
→ Variante von SLES, ebenfalls nicht besonders mild.
TEA-Lauryl Sulfate (Triethanolamine Lauryl Sulfate)
→ kann Haut reizen und ist bedenklich in Kombination mit bestimmten Stoffen
Neu
Coco-Glucoside ist die INCI-Bezeichnung für das
Zuckertensid. Es sorgt für den Schaum und ist als waschaktiver Inhaltsstoff unter anderem für die Reinigungskraft verantwortlich.
DIY
Natürliche Hausmittel können eine wirksame und schonende Möglichkeit sein, trockene Kopfhaut zu behandeln. Hier sind einige Inhaltsstoffe, die Du ausprobieren kannst:
Wenn natürliche Hausmittel nicht ausreichen, gibt es auch spezielle Pflegeprodukte, die bei der Behandlung von trockener Kopfhaut helfen können.
Hier sind einige empfehlenswerte Produkte
Es gibt einige häufige Irrtümer über die Behandlung von trockener Kopfhaut.
Hier sind einige davon:
"Eine fettige Kopfhaut kann nicht trocken sein."
Tatsächlich kann eine fettige Kopfhaut mit trockenen Haaren auftreten. Das bedeutet, dass die Kopfhaut zu viel Talg produziert, während die Haare trocken und spröde sind.
"Häufiges Haarewaschen hilft bei trockener Kopfhaut."
Tatsächlich kann häufiges Haarewaschen die natürlichen Öle der Kopfhaut entfernen und das Problem verschlimmern. Wasche Deine Haare lieber weniger oft und verwende milde Produkte.
"Ein hoher Preis bedeutet bessere Wirksamkeit."
Es ist nicht immer notwendig, teure Produkte zu kaufen, um trockene Kopfhaut zu behandeln. Es gibt viele erschwingliche Optionen, die genauso effektiv sein können. Auf die Zusammensetzung kommt es an und da ist es bei günstigeren Produkte häufig schwieriger milde Formulierungen zu finde.
"Ein gutes Shampoo allein kann trockene Kopfhaut heilen."
Während ein mildes und feuchtigkeitsspendendes Shampoo helfen kann, ist es wichtig, auch andere Aspekte der Haarpflege des Lebensstils zu berücksichtigen, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Wir empfehlen hier eine ganzheitliche Betrachtung. Die Haarwäsche ist ein erster wichtiger Aspekt.
Wenn die trockene Kopfhaut schwerwiegend ist und die Symptome nicht durch Hausmittel oder freiverkäufliche Produkte gelindert werden können, ist es ratsam, eine Fachperson zu konsultieren. Eine Dermatologiepraxis oder FriseurInnen mit Fachkenntnissen in der Kopfhautpflege können eine professionelle Behandlung empfehlen. Der erste Schritt wäre der Kontakt zum Hausarzt.
Bei einer gereizten Kopfhaut, empfehlen wir nach Möglichkeit auf starke Hitze zu verzichten und die Haare an der Luft zu lassen oder kalt zu föhnen.
Ein Shampoo muss so gründlich aus den Haaren und von der Kopfhaut ausgespült werden, dass alle sichtbaren und fühlbaren Rückstände aus dem Haar ausgewaschen wurden.
Wie häufig du deine Haare bei trockener Kopfhaut waschen solltest, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine gute Faustregel lautet: So selten wie möglich, aber so oft wie nötig.
Denn jede Haarwäsche reinigt nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern kann die Haut auch zusätzlich reizen. Wie stark diese Reizung ausfällt, hängt vor allem vom verwendeten Shampoo ab: Je milder und schonender die Reinigung, desto weniger wird die Kopfhaut belastet.
Orientiere dich deshalb an deinen persönlichen Beschwerden. Bei Spannungsgefühlen, Juckreiz, Schuppen, rissiger Haut oder schnell fettenden Haaren können unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein: gelegentlich nur mit Wasser waschen, ein besonders mildes Shampoo verwenden, die Abstände zwischen den Haarwäschen verlängern oder pflegende Ölkuren gegen Spannungsgefühle einsetzen.
Nein feste Shampoos oder Haarseifen sind bei trockener Kopfhaut nicht geeignet. Im Verseifungsprozess entsteht beispielsweise Glycerin. Ein Inhaltsstoff der die Kopfhaut austrocknen kann. Bei festen Seifen kommt es auf die Formulierung und den Herstellungsprozess an. Hier halte dich an naturkosmetische Alternativen mit einem hohen Ölanteil. Wir würden Sie dennoch nicht empfehlen, da es gute anwendungsfreundlichere Alternativen gibt.
Ja, ein Shampoo ohne Sulfate kann helfen Spannungsgefühle zu reduzieren. Sulfate können austrocknend wirken, was bei einer trockenen Kopfhaut zu Spannungsgefühlen führt. Wir empfehlen dir sulfatfreie und naturkosmetische Shampoos zu verwenden, die als waschaktive Substanzen keine Sulfate sondern Zuckertenside beinhalten.
Nein mit Einschränkung. Der Schaum wird in der Regel durch Tenside, den waschaktiven Inhaltsstoffen deines Shampoo erzeugt. Auch sehr schonende Tenside können eine große Schaumkrone erzeugen. Da viel Schaum für die Allgemeinheit ein Qualitätsmerkmal ist, wird hier von der Industrie natürlich auch nachgeholfen, um stark schäumende Produkte herzustellen. Die Faustregel ist, je verarbeiteter ein Produkt und je günstiger es für den Massenmarkt hergestellt wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Shampoo nicht das Beste für deine Kopfhaut ist. Unabhängig von der Schaumleistung. Wusstest du eigentlich, dass es auch Shampoos komplett ohne Schaum gibt?
Wir empfehlen, Dich an Naturkosmetik zu halten. Inhaltsstoffe, wie Zuckertenside (Coco-Clucoside) sind ein gutes erstes Indiz für ein schonendes Shampoo. Auch Naturkosmetik Siegel helfen Dir, schonende Produkte zu finden.
Zudem verzichte auf Shampoos, die erdölbasierte Inhaltsstoffe enthalten. Diese stehen in der Kritik Poren zu verstopfen und wir haben als Friseure die Erfahrung gemacht, dass der Verzicht auf diese Inhaltsstoffe einen positiven Einfluss auf eine Vielzahl von Haarproblemen hat.
Hierzu gehören Paraffine, Polymere und Silikone, bestimmte Tenside und Konservierungsstoffe. Auch hier hilft dir die Naturkosmetik. Denn echte Naturkosmetik verzichtet auf Petrochemie (Produkte aus Erdöl und Ergas).
Ja zu häufiges Haarewaschen kann die Kopfhaut austrocknen. Die empfindliche Kopfhaut kann zum Beispiel durch intensive Tenside, Konservierungs- und Wirkstoffe irritiert und ausgetrocknet werden.
In vielen Fällen liegt, unserer Erfahrung nach, eine Überreizung und Überpflege vor. Häufig verursacht in Kombination mit zu starken Produkten.
Die natürliche Kopfhautflora kommt zu oft mit zu intensiven Reinigungsmitteln in Kontakt und reagiert irritiert, was zu einer höheren Talkproduktion führt. Die Haare werden schneller fettig und dies führt wieder zu häufigerem Waschen.
Ein Teufelskreis, den du nur durch eine Produktumstellung und mit etwas Geduld durchbrechen kannst.
Wir empfehlen in diesem Fall auf schonende Produkte umzusteigen und die Anzahl an Haarwäschen pro Woche zu reduzieren.
In besonders extremen Fällen könnte man auch über einen Zeitraum einen No-Poo Ansatz ausprobieren. Hierbei verzichtest Du auf ein Shampoo. Anschließend kannst du wieder mit einem schonenden Shampoo fortfahren.
Besonders bei juckender Kopfhaut wird viel gekratzt, dies erzeugt eine mechanische Reizung, die nicht nur deine Kopfhaut weiter irritiert sondern auch Schuppen erzeugt Haare ausreißt.
Manchmal ist weniger mehr. Vermeide aufwendiges und heißen Föhnen & Glätten. Konzentriere die Pflege auf schonende Leave-In Haarpflege und versuche, Deine Haare maximal 2x pro Woche zu waschen.
Eine trockene Kopfhaut geht mit Irritationen einher.
Gib Deiner Kopfhaut die Zeit, sich zu erholen.
Du möchtest Dir und Deiner Kopfhaut etwas Gutes tun?
Wie wäre es mit einer Ölkur (Argan-, Mandel-, Kokos- oder Olivenöl? Hierzu trägst Du einfach Haaröl auf Deine nassen Haare und Kopfhaut auf und lässt diese für mindestens eine Stunde einwirken. Das Öl wirkt wie ein Schutzfilm der die Feuchtigkeit hält und pflegt die Kopfhaut und deine Haare. Anschließend gründlich auswaschen.
Die Regel Nr. 1 ist nicht kratzen.
Darüber hinaus empfehlen wir dir folgende Ansätze:
Mit Zeit. Egal welche Maßnahme für Deine Haare die Richtige ist. Auch die Kopfhaut ist Haut und jede Creme, Kur oder schonende Maßnahme ist Teil eines Heilungsprozesses.
Am Besten hilft sämtliche Reizungen von der Kopfhaut fernzuhalten.
Vermeide hierfür
Best practice
Sobald sich die Akutprobleme gelegt haben, kannst du beginnen mit sanften Kopfhautmassagen zu beginnden. Zuerst mit den Fingern und sobald deine Kopfhaut es zulässt auch mit einer Wildschweinborstenbürste.
Dies kann die Durchblutung fördern und so einen Beitrag leisten deine Kopfhaut zu aktivieren.
Sollten alle diese Maßnahmen zu keiner Besserung führen, empfehlen wir, einen Dermatologen aufzusuchen, um Erkrankungen oder Ähnliches auszuschließen
Du solltest eine dermatologische Praxis aufsuchen, sobald du das Gefühl hast, dass du alleine nicht mehr weiter kommst oder der Leidensdruck zu groß wird.
Roger Kastenbein und Stefan Bosch sind Friseurmeister, Lehrer und Ausbilder mit über 30 Jahren Berufserfahrung. Die Empfehlungen im Artikel basieren auf ihrer langjährigen Erfahrung im Friseurhandwerk und dem Ansatz, nur mit natürlichen Rohstoffen zu arbeiten. Ihre Expertise ist außerdem die Basis der eigenen Naturkosmetik-Marke rund um das Thema Haare.
Unterstützt werden sie von ihrem Team bestehend aus erfahrenen FriseurInnen und FriseurmeisterInnen, den Profis für die professionelle Anwendung im Salon. Das Kosmetik-Team übersetzt die Anforderungen aus dem Salon in hochwertige Naturkosmetik für zuhause und für die professionelle Anwendung in Friseursalons. Gemeinsam steht das Team für umfassendes Know-How in den Bereichen Haar- und Kopfhautpflege, Haarschnitte, Looks und aktuelle Trends sowie die Entwicklung funktionaler, zertifizierter Naturkosmetik.
Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen nicht die professionelle Beratung einer Arztpraxis oder eines anderen medizinischen Fachpersonals. Konsultiere immer qualifizierte MedizinerInnen, wenn du gesundheitliche Probleme oder Fragen zur Kopfhaut hast.
Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen nicht die professionelle Beratung einer Arztpraxis oder eines anderen medizinischen Fachpersonals. Konsultiere immer qualifizierte MedizinerInnen, wenn du gesundheitliche Probleme oder Fragen zur Kopfhaut hast.